Jetzt möchte ich doch auch einmal was über das kleine Kind schreiben.

Das kleine Kind ist 4 Jahre alt, bald 5, und fällt gar nicht so unter den Tisch, wie es hier vielleicht klingt.

Das kleine Kind ist mindestens genau so clever wie das große, stellt gerade Fragen wie: “Wie wurden Menschen gemacht, bevor es Menschen gab? Und bevor es die Welt gab? Und wie wurden Welten gemacht?” und ist sehr stolz darauf, dass es schon richtig viel ein bisschen 😉 Englisch kann.

Und es möchte unbedingt Schwimmen lernen – also macht es seit einer Woche einen Schwimmkurs. Leider hat es dabei so viel Wasser geschluckt, als es von einem anderen Kind reingeschupft wurde, dass es sich danach fünf Stunden lang heftigst übergeben hat 🙁

Außerdem erklärt es seit einer Woche, dass es ein Kinderfahrrad möchte: “Wir müssen das auf die Wunschliste geben, damit wir es nicht kaufen vergessen. Ich kann das mit den Pedalen aber noch nicht so gut, da muss ich immer wieder anschieben.” Jedes Mal, wenn wir ein anderen Kind mit einem Fahrrad sehen, muss sich die kümmernde Mutter derzeit anhören: “Ich möchte bald ein Kinderfahrrad haben.”

Das kleine Kind ist außerdem auch sehr musikalisch, wie sein großer Bruder. Es lernt seit rund einem Jahr Klavier, mit großem Talent aber mäßiger Begeisterung. Der anfängliche Enthusiasmus bestand wohl vor allem darin, endlich etwas zu machen, was auch der große Bruder macht. Das Üben ist dann wohl doch nicht so toll. Und außerdem und überhaupt möchte das kleine Kind lieber Schlagzeug lernen. Der Schlagzeuglehrer wiederum meint, vier Jahre wäre zu jung (können wir verstehen) und deswegen haben wir gemeinsam und auf seine Empfehlung hin eine Zwischenlösung gefunden: Im nächsten Schuljahr wird das kleine Kind in eine Orff-Gruppe in einer Musikschule gehen. “Du musst erst das kleine Schlagzeug können, bevor du das große lernen kannst”, hat die kümmernde Mutter ihm erklärt – und das hat ihm eingeleuchtet.

Außerdem liebt das kleine Kind es zu tanzen. In seinem (bilingualen 😉 ) Kindergarten geht es in die Ballettgruppe, Ende Mai gibt es eine Aufführung. Und weil das kleine Kind aber voraussichtlich nächstes Jahr in die Schule des großen Kindes wechseln wird, wird es auch beim Tanzen einen Wechsel geben. Eine neue Tanzschule ist schon gefunden – aber ist Kindertanz/Ballett wirklich das Richtige? Möchte das kleine Kind nicht vielleicht lieber Gesellschaftstanz machen? Als es nach dem Schwimmkurs sich übergebend den Abend bei uns auf dem Sofa verbracht hat, haben wir uns – aus kinderschutzrechtlichen Gründen 😉 – erstmals Dancing Stars (statt eines blutrünstigen US-Krimis) angeschaut und ihn gefragt, ob ihm das gefällt. Der erste Tanz hat ihm gefallen. Beim zweiten Tanz hat die kümmernde Mutter einen bösen Fehler gemacht: Sie hat während des Tangos gefragt und wurde böse zurecht gewiesen: “Das weiß ich noch nicht, ich muss es erst fertig schauen!” Dem Vater ist es inzwischen egal, er hat resigniert – ob Ballett oder Gesellschaftstanz ist auch schon egal, Hauptsache, dem Kind macht es Spaß 🙂

Anfang Mai darf das kleine Kind außerdem in einem renommierten Chor vorsingen, in dem Kinder ab 5 Jahren mitmachen dürfen, denn das Zwergi sind nicht nur mit Begeisterung, sondern auch besonders richtig und schön – sowohl hinsichtlich der Melodie als auch des Rhythmus. Zwei Jahre oder so dort – und dann in den Opernchor, das wäre das Ziel, denkt sich die Mutter, denn dort darf das Kind dann nicht nur singen, sondern vielleicht auch ein bisschen spielen und tanzen, was es doch so gerne tut.

Und wenn das nicht klappt oder dem Kind keinen Spaß macht – dann eben nicht, dann werden wir sicher was anderes finden, was lustig ist und passt. Und bis dahin schauen wir auch einmal, dass wir den Wunsch mit dem Hochbett im eigenen Zimmer hinbekommen, der auch immer öfter geäußert wird (“Aber ich schlafe lieber noch unten.”).

Die Kunstlehrerin hat jetzt benotet. Vorher hat das Kind das Essay noch einmal überarbeitet. Die erste Version war vom 12. März, die zweite Deadline war der 20. März, und die wurde auch eingehalten.

Die Noten waren dann:

Final Outcome:
B – Developing Scills: 5/8
Comment: There is a misalignment in your print and there in an inconsistency in the level of colour on the second layer print

D – Responding: 4/8
Comment: You have included the edelweiss but your colours are not Austrian

Zur Erinnerung, hier ist der Druck:

bild

Na gut, so kann man einem Schüler den Spaß schon mal gut verderben. Aber im Endeffekt ist er selber schuld, er hat statt Braun Orange verwendet, hat er mir erklärt, weil es kein Braun gab (sie mussten Tusche (?) für den Druck verwenden und da gab es nicht alle Farben) – und hat das aber nicht mit der Lehrerin besprochen (die haben wohl alle schreckliche Angst vor ihr, weil sie so streng ist).

Viel spannender ist die Geschichte zum Essay: Das wurde nämlich mit sage und schreibe 1/8 Punkten benotet. Der Kommentar dazu war:

“You have included no references so I have not been able to give you any credit for the information you have included. There is a lot of information missing from this piece, if you want to work on this more, then you may resubmit it.”

Okay, fragte sich die kümmernde Mutter, aber er hat es doch schon neu geschrieben? Und da waren eindeutig Quellen dabei (die hat sie nämlich noch reinreklamiert, die hatte das Kind nämlich – wieder – vergessen)?
Etwas Recherche ergab: Sie hat wohl die falsche Arbeit benotet. Also hat das Kind, auf meine Aufforderung hin, ein freundliches Mail an die Lehrerin geschrieben:

“Hello Miss M,

I saw my grading on MB, and it seems like you accidently graded the old version of the essay – not the newer version that was uploaded on the 20th of April. I would be thankful if you could re-grade the essay, this time using the second version.

And I also wanted to note that I used orange instead of brown because there was no brown available.

Thank you,
L”

Die Antwort kam am Tag danach:

“Good Morning L,

I will remark it, but it looks like the only difference is your references. This will give you one or two more marks, but may not change your overall grade.

Thank you Miss M”

Mein Kind hat nur frustriert dazu geschrieben: “Ich habe dir doch gesagt, dass bei Miss M nichts mehr hilft.”

Miss M hat jedenfall tatsächlich neu benotet und jetzt hat das Kind 3/8. Die neue Begründung lautet:

“You have been awarded marks where you have identified the motifs but not referenced where you got the information from. You have provided a bibliography but that cites inappropriate sources ie an atlas, an illustrated book and a brochure. It does not show how this information links to your essay (have a look at how to quote and reference, or use a footnote.) There is still a lot of information missing from this piece.”

Ich bin mir sicher, in Zukunft wird er seine Arbeiten nicht mehr verbessern. Wozu auch. Und Kunst ist ihm vergällt. Danke, liebe Kunstlehrerinnen an dieser Schule.

Ach so, für alle, die sich selber ein Bild machen möchten, hier sind die beiden Arbeiten als pdf.

Version1      Version2

Background ist die 8. Klasse, Kunst ist ein Pflichtfach, KEIN Wahlfach.
Das war die Aufgabenstellung:

Present your information in a visually appealing and interesting way, making sure that you reference all of your information. Include your work wherever possible.
Map:
Label where your country is on the map
5 Motifs (minimum):
What does the motif mean?
Images of the motif (drawn or photographed)
Textile:
What is the textile?
Why/how is it made?
Images of the textiles
Colours:
What colours can you find
What do they use to dye the fabric (traditionally)
OR what do the colours represent
Method:
What process do they use to get the motifs on the fabric? (batik, weaving, embroidery, block printing, tie dye, shibori….)
Extra Information:
Present any other information that you have been able to find on the culture.
Eg: trade, how is the textile used, what developments have they had, how have they changed (anything you find interesting!!)

Ganz ehrlich – die Arbeit ist sicher keine Meisterleistung, aber im Endeffekt ist alles drin, was sie verlangt hat. Manches ausführlicher, manches weniger. Eventuell fehlt der Bereich “Textile” und ein paar Bilder zu den Motiven mehr wären vielleicht nett gewesen. Er hat sich sicher keinen “Haxn ausgerissen”. Aber echt jetzt – nicht bestanden? In der 8. Klasse? Ich würd’s ja verstehen, wenn es ein Schwerpunktfach in den Abschlussjahren wäre, aber in der 8. Klasse soll Kunst wohl vor allem noch eines machen: SPASS!!!

Und der “Bildatlas” ist übrigens kein Atlas, liebe Frau Lehrerin, der heißt nur so, weil auch Karten drin sind… Da ist auch Text drin. Ach ja, und Bilder sind auch drin.

Die neuen Nachmittags-AGs der Schule sind auszuwählen und das große Kind möchte es wieder einmal mit Segeln versuchen. Hat es schon einmal, vor vielen Jahren, und im Sommer genießt es gerne das Segelboot eines Großonkels (und stellt sich dabei ziemlich geschickt an).

Die kümmernde Mutter jedenfalls ist damit einverstanden, sieht eine wichtige Lücke im Lebenslauf geschlossen – Sport fehlt irgendwie noch weitestgehend – und hat das Kind gleich festgenagelt: Mach das nächste Jahr weiter und sag dem Betreuer, dass du nächstes Jahr ins Racing Team kommen möchtest (damit hätten wir die Themen Leadership, Teamwork, Competition auch gleich mit drin, wie praktisch).

Und damit das Kind auch wirklich mit dabei bleibt, darf es für dieses Semester auch gleich selber 1/3 der Kosten selber tragen… Armes Kind.

Seit Herbst schreibt das große Kind in der Jungendredaktion einer Bundesländer-Tageszeitung. Momentan erscheinen die Texte fast nur online, aber das tut seiner Begeisterung keinen Abbruch, denn er darf mehrmals in der Woche Wettervorhersagen schreiben und hat sogar seine eigene “Wetterfrosch”-URL. Er ist – zu Recht – superstolz und mit Eifer dabei. Lange wurden nun aber die Online-Berichte nicht honoriert und die kümmernde Mutter sah etwas besorgt auf den Einsatz den Juniors, der doch viel Zeit investierte, aber wenig zurück bekam. Nun wurde vom “Chefchef” aber vor ein paar Wochen angekündigt, dass es endlich soweit wäre, die vergangenen Monate würden bezahlt werden – und endlich flatterte die entsprechende Abrechnung ins Haus. Stolz darf sie also jetzt verkünden, endlich zwei Großverdiener im Hause zu haben 🙂

Nein, das gilt an unserer Schule nicht.

Ein paar Beispiele, vielleicht fallen mir demnächst noch mehr ein, dann gibt es Fortsetzungen ;-):

  • Lehrer dürfen lügen (und müssen sich nicht dafür entschuldigen), Schüler natürlich nicht und Eltern sicher auch nicht (haben wir aber noch nicht ausprobiert 😉 )
    Wir Eltern wurden von einer Lehrerin ganz klar angelogen – sie hat schriftlich etwas behauptet, was nicht gestimmt hat (sie hätte keinem Schüler die Arbeit zurückgegeben, sondern allen Schülern nur die Bewertungsbögen – blöderweise hat uns ein Freund am Abend die kommentierte Arbeit in die Hand gedrückt). Wir haben die Schule mehrmals aufgefordert, dass wir eine Entschuldigung wünschen – was vehement abgelehnt wurde.
  • Die Direktoren dürfen respektlos mit Eltern umgehen (und müssen sich nicht dafür entschuldigen), Schüler dürfen aber nicht respektlos mit anderen sein (und Eltern vermutlich auch nicht)
    Die Direktorin unseres Sohnes hat unseren ausdrücklichen Elternwunsch, ein ganz bestimmtes Gespräch mit unserem – minderjährigen – Sohn NICHT zu führen ignoriert. Das haben wir gut begründet. Und nicht nur das – sie hat noch dazu das Versprechen gesprochen, zuerst mit ihm alleine zu sprechen und erst danach mit ihm und der betreffenden Lehrerin, mit der es einen Konflikt gab und um die es ging. Unser Sohn wusste, dass wir diesen Wunsch (Gesprächsverbot) der Schule gegenüber geäußert hatten. Damit hat die Direktorin gleich mehrere problematische Dinge angehäuft:
    1. Sie hat ihren Schüler in einen groben Loyalitätskonflikt gebracht, wem er gehorchen soll: Ihr oder den Eltern?
    2. Sie hat rechtlich falsch gehandelt, denn wir Eltern sind sorgeberechtigt, nicht sie, und wenn wir entscheiden, dass sie nicht mit ihm sprechen darf, hat sie das zu respektieren, auch wenn es ihr nicht gefällt (wir haben NICHT jedes beliebige Gespräch verboten, sondern nur dieses spezielle, also nicht ihre pädagogische Arbeit vom Elternwunsch abhängig gemacht, und das Gespräch war auch nicht unbedingt zu diesem Zeipunkt notwendig, da das zugehörige Ereignis zwei Monate vorher war – es war also definitiv keine Gefahr in Verzug).
    3. Sie hat uns Eltern respektlos behandelt, weil sie unseren Wunsch übergangen hat, um ihre Macht zu demonstrieren.
    Die Schule sieht darüber hinweg und sieht auch hier keinen Grund für eine Entschuldigung. Man macht sich vielmehr Sorge um die Redefreiheit und die pädagogische Arbeit.
  • Lehrer müssen sich nicht an Regeln halten, Schüler schon.
    Als unser Sohn seinem Deutsch-Lehrer am Montag eine Hausaufgabe nachreichen wollte, die schon am Freitag davor fällig gewesen wäre, lehnte der Lehrer es ab, diese anzunehmen, weil zu spät. Die, die am Montag (also am richtigen Tag) fällig war, nahm er dann gleich auch nicht an. Vermutlich aus Solidarität zur Freitag-Aufgabe, keine Ahnung.
    Der gleiche Lehrer hat nun seit mittlerweile SECHS!!!! Wochen die Klassenarbeiten nicht zurück gegeben, obwohl es in unserer Schule an sich eine Frist von 14 Tagen gilt (ohnehin großzügig, in meinen Schulen in den 1980er Jahren galt 1 Woche – aber bei mehr als 30 SchülerInnen, nicht nur 14!) .

3 Wochen Praktikum bei einem deutschlandweiten Radiosender – jippieh!
Leider nur 2 Stunden am Tag, weil das Kind erst 13 Jahre alt ist. Aber zum Reinschnuppern ist das schon ein Anfang – und für den Lebenslauf und die Uni-Bewerbung ist es auf jeden Fall spitze.

Und die Sommerferien sind gerettet und damit auch voll:
Zuerst Orchesterreise nach London mit anschließendem Familienurlaub in der britischen Hauptstadt.
Nachts Rückflug, am nächsten Tag um 9 Uhr Radio-Praktikumsbeginn, bis 11 Uhr.
Drei Wochen lang, dann direkt Abflug zum Strandurlaub nach Griechenland.
Nach 1 Woche wieder retour und am nächsten Tag ins Auto, Abfahrt in die alte Heimat, wo wir inklusive Rückfahrt ca. 10 Tage Zeit haben.
Dann noch 1 Woche Ferien und dann Start in die Highschool oder wie immer die 9. Klasse dann heißen mag.